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Vormärz Revolutionär Eduard Scriba – Federflug 23 jetzt erhältlich (im Shop)

 

Ausstellung von Fundstücken         

zu Eduard und Ferdinand Scriba (D-Linie)

 

Über Eduard Scriba, 1808 geboren, leider schon 1837 in Liverpool an Blattern gestorben, und seinen 10 Jahre jüngeren Bruder Ferdinand Scriba (D-Linie), gibt es jetzt eine Dokumentation: Ausstellung von Fundstücken A (199 Seiten), kombiniert mit biographischen Texten und Selbstzeugnissen: Ausstellung von Fundstücken B (102 Seiten): 

Ausstellung von Fundstücken

Vormärz-Revolutionär Eduard Scriba,

Decknamen „Schwick“, „Schütz“, „Sator“ und „Pirat“,und sein „kleiner“ Bruder Ferdinand Scriba, Pfarrer                FEDERFLUG 23

 

Recherchiert und zusammengestellt von Regine Cöster-Bondick;                            Familienbund-Scriba/Schreiber-Shop http://shop.scriba-schreiber.de

ab November 2017 zum Druckkosten-Preis bestellbar.
Aktualität des europäischen Gedankens

Der Vormärz-Revolutionär Eduard Scriba, Teilnehmer am Hambacher Fest, am Frankfurter Wachensturm, späterer Präsident des Jungen Deutschland in der Schweiz, schrieb 1835: „Ohne diese Ausdehnung unsrer europäischen Verbindung – ohne Mitwirkung der Patrioten a l l e r Nationen – ohne Freiheit a l l e r europäischen Völker wird die Freiheit der e i n z e l n e n entweder nicht möglich, oder doch immer gefährdet seyn!“ Das klingt auch heute noch sehr aktuell, wenn man sich gegenwärtige Probleme der Europäischen Union vor Augen führt. Die heutigen Lösungsansätze bauen also auf Entwürfen auf, die in unserer Familie vor 182 Jahren schon gedacht wurden.

Wie aktuell der europäische Gedanke im Jahre 2017 ist, lässt sich bei Ulrike Guérot im SPIEGEL-Artikel „Es lebe die europäische Republik!“ (DER SPIEGEL 18/2017, S. 128/129) nachlesen:

„Die europäische Aufgabe von heute ist es, den Sprung raus aus der nationalen Spur ein für alle Mal zu schaffen, den Nationalstaat als bisher einzige Gussform für Demokratie und Sozialstaatlichkeit zu sprengen. Wenn uns das gelingt, kann auch die Neugründung Europas gelingen. Nie waren wir so nah dran.

Der Philosoph Johann Gottlieb Fichte zielte vor rund 200 Jahren darauf, den Impuls von Liberté, Égalité, Fraternité auf das deutsche Einheitsstreben zu übertragen. Seine Reden initiieren einen nationalen Aufbruch, der spätestens mit dem Hambacher Fest 1832 zu einer emanzipatorischen Bewegung wurde, und zwar von unten, getrieben von den Bürgern Deutschlands. Gesucht wird heute ein europäisches Hambach, das in einen europäischen Vormärz mündet – als Aufbegehren gegen Kleinstaaterei und Reaktion!

Wie damals geht es um bürgerliche Opposition gegen die Restauration, um Einheit, Freiheit und Volkssouveränität. Es geht um nichts Geringeres als darum, den europäischen Geist buchstäblich zu verfassen und nicht wieder national abzubiegen. Es geht um ein neues, ein richtiges Europa: ein Markt, eine Währung, eine Demokratie.“

 

Vorstellung von Eduard Scriba zu Beginn der Dokumentation

Die Dokumentation über meinen Ururgroßonkel Eduard Scriba, genannt Schwick, Schütz, Pirat, Sator, und seinen zehn Jahre jüngeren Bruder Ferdinand, meinen Altvater (Ururgroßvater), beginnt wie die Biographie seines Zeitgenossen „Georg Büchner“ (von Hermann Kurzke) – mit einem Steckbrief. Wie Georg Büchner war auch Eduard Scriba ein steckbrieflich Gesuchter. Beide hatten in Gießen studiert. Beide waren in die revolutionären Vormärz-Ereignisse verwickelt. Beide mussten in die Schweiz fliehen. Beide starben 1837.

Der damalige Schriftleiter Otto-Adolf Scriba (OAS) kommentiert:

 

Hier das gezeichnete Bild aus den Familienblatt(FB)-Ausgaben 1927, 1937 und 1984 mit einem Fehler in der Bild-Unterschrift: Eduard wurde nicht in Schwickartshausen geboren, sondern in Ulrichstein, kam aber als Student aus Schwickartshausen und wurde deshalb „Schwick“ genannt.

Schriftdeutung (FB 107/1937, S. 6) führt uns ebenfalls ein freundlicher Bild von Eduard vor:
 Unsere Verdener Vetternschaft“ meint meinen Vater Eberhard Bondick, der diesen Steckbrief-Fund im Verdener Heimatmuseum gemacht hatte. In diesem FB 224 wird zum letzten Mal für lange Zeit Eduard erwähnt, obwohl OAS  in FB 221, in dem er ausführlich über den Frankfurter Wachensturm berichtet (siehe Kapitel 3.7 der Dokumentation), ankündigte, mehr darüber berichten zu wollen. Was dann aber nicht geschah.

Wer war Eduard Scriba? Hier drei unterschiedliche Charakterisierungen:

Der Denunziant Conrad Kuhl:  Eduard Scriba – ein „höchst verwegener und gefährlicher Mensch“ – festgehalten im „Vortrag in Untersuchungs-Sachen wider die Theilnehmer an revolutionären Umtrieben in der Provinz Oberhessen“ von Martin Schäffer (Untersuchungsberichte, S. 257-346, hier: S. 319. Gießen, Ende Dezember 1837, revidiert 1838. – Johann Konrad Kuhl (1794–1855), Landwirt in Butzbach war der Denunziant, der den Frankfurter Wachensturm verriet, später auch Georg Büchner als Verfasser des Hessischen Landboten und die Mitglieder der „Gesellschaft der Menschenrechte“; vgl. Georg Büchner-Portal).

 

Im Findbuch Georg Fein (S. 352) ist zu lesen: Scriba war „führendes Mitglied des Jungen Deutschland (in Lausanne), Präsident des 2. und 3. Komitees des Jungen Deutschland, sozialbetonter Demokrat (mit Sozialprogramm).“

 

Und so sieht ihn sein Freund Hermann Wiener, der nach Eduards Tod schreibt: „Schwick war einer der trefflichsten Menschen, die ich gekannt, voll wissenschaftlichen Triebs und ästhetischen Sinn(es), doch vor allem zum Freiheitskämpfer erlesen“ (Wieners Lebenserinnerungen, S. 363–406, hier S. 391).

31/1908, S. 4-6, einen Beitrag über das Stammbuch seines Großvaters und zitierte den Eintrag von Eduard.

 

„Fundstücke“ für eine „Eduard-+Ferdinand-Scriba-Ausstellung“

Als mein Vater Eberhard Bondick sich in den 70-er/80-er Jahren des letzten Jahrhunderts mit Eduard Scriba beschäftigte, war er geradezu begeistert von der möglichen Bekanntschaft Eduards mit Georg Büchner. Seine Begeisterung wirkte ansteckend auf mich.

Im Studium hatte ich mich mit Büchner beschäftigt. Ob mein Ururgroßonkel Eduard und Georg Büchner sich tatsächlich auch gekannt hatten?

Sie kannten dieselben Leute: August Becker, Hermann Wiener, Friedrich Ludwig Weidig, die Zeuner-Brüder, die Braubach-Brüder, die Soldan-Brüder … – Revolutionäre und Weggefährten von beiden.

Eduard kannte Karl Schapper, der später ein guter Bekannter von Marx und Engels wurde. Wäre Eduard Kommunist geworden, wenn er länger gelebt hätte?

Natürlich interessieren mich auch die historischen Vormärz-Ereignisse und die Rolle, die Eduard dabei gespielt hat. Wie kam er dazu, ein Revolutionär zu werden?

Und wie hat Eduards Bruder, der zehn Jahre jüngere Ferdinand, mein Altvater, der 82 Jahre alt wurde, die revolutionären Ereignisse erlebt und verarbeitet?

Mein Vater Eberhard Bondick hatte „Fundstücke“ über Eduard und Ferdinand für sein Archiv gesammelt, manches habe ich gefunden. Erstaunlich, wie viel da zusammengekommen ist, und wie viele Aspekte der Eduard-Geschichte beleuchtet werden können.

Für diese Dokumentation, die ich mir wie einen „Ausstellungsrundgang“ vorstelle, will ich das, was ich beim Stöbern interessant fand, so „original“ wie möglich zeitlich geordnet wiedergeben und in den historischen Kontext der Vormärz-Ereignisse stellen.

Ich bin beim Suchen und Zusammenstellen also nach meinem Interesse vorgegangen und nach Anregungen von Professor Dr. Burghard Dedner, Marburg, der das Georg-Büchner-Portal betreut und Eduard Scriba für würdig befand, darin aufgenommen zu werden, und von Dr. Andreas Volkmer, der in Marburg promovierte und mir wertvolle Literatur- und Quellenhinweise gab. Die Schriftleiterin des Familienbundes Karin Scriba hat mich tatkräftig unterstützt. Das Staatsarchiv Darmstadt stellte mir aus dem dort hinterlegten Scriba-Archiv Original-Dokumente auf DVD zur Verfügung. Weitere digitalisierte Original-Dokumente stammen aus den schweizerischen Staatsarchiven Bern, Zürich und Basellandschaft und aus dem niedersächsischen Landesarchiv Wolfenbüttel (Georg-Fein-Archiv).

Am meisten geholfen hat mir mein Mann Dr. Oskar Cöster mit seinem Interesse, seiner Ermutigung, seinen umfangreichen philosophischen, literarischen und historischen Kenntnissen und seinem Vorhaben, Eduard ein literarisches Denkmal zu setzen. Gefreut hat mich auch das Interesse meines Sohnes Till Cöster, der vielleicht einmal Episoden aus dem Leben der Scriba-Brüder in einem Film gestalten wird.

Manche Dokumente sind im Text und in den Fußnoten sehr umfangreich übernommen. Außerdem gibt es – durch meine Arbeitsweise bedingt – inhaltliche Doppelungen, Wiederholungen, Ähnlichkeiten – ja, sogar auch Widersprüchliches. Das liegt daran, dass ich die Menge und Vielfalt der Fundstücke den „Ausstellungsbesuchern“ zur Verfügung stelle, sie mit ihnen teilen möchte. Sie müssen entscheiden, was sie interessiert, wo sie verweilen wollen, und wo sie etwas überspringen. Sie müssen ihre eigenen Schlüsse ziehen und die Ausstellungsstücke bewerten!

Personen und historische Ereignisse werden vorgestellt, wenn sie im Leben der Scriba-Brüder auftauchen und wichtig werden – entweder in eigenen Kapiteln oder in Fußnoten.

In Kapitel 9 wird die Nähe zu Georg Büchner ausführlich betrachtet, und in Kapitel 10 lade ich ein zum „Nach-Denken“.

Längere Texte, die die Brüder selbst verfasst haben, und biographische Texte sind unter „Eduard und Ferdinand Scriba in Biographien und Selbstzeugnissen“ zusammengestellt und als eine eigene Abteilung zu lesen, wenn man das Buch umdreht. Man kann auch dort mit dem Lesen beginnen, wenn man sich einen unmittelbaren Eindruck aus den Selbstzeugnissen verschaffen will.

 

So weit aus der Dokumentation. Wer nun Lust bekommen hat auf den „Ausstellungsrundgang“ (Dokumentation, Biographisches, Selbstzeugnisse) kann über den „Shop“ bestellen.

 

Hamburg, Oktober 2017,  Regine Cöster-Bondick

1 Eduard Scriba Titel+Inhalt Dokumentation

DENK MAL an Eduard Scriba D 10.017.020 nach 180 Jahren

22.3.1808 – 4.1.1837, Student „Schwick“ in Gießen, 2 x relegiert, Vormärz-Revolutionär, 1833 Wachenstürmer in Frankfurt,
Flüchtling und Lehrer in der Schweiz, dort aktiv in den Geheimbünden „Junges Deutschland“ und „Junges Europa“,
Kämpfer für „Freiheit, Gleichheit, Humanität“.

Ausgewiesen aus der Schweiz,
mit seinem 10 Jahre jüngeren Bruder Ferdinand Scriba (1818-1900)
auf Gefangenentransport in Gendarmenbegleitung quer durch Frankreich, in London an Blattern (Pocken) erkrankt,
in Liverpool am 4.1.1837 daran gestorben
(FEDERFLUG 6: Ferdinands Frankreich- und Liverpool-Tagebuch).

DENKMAL für Eduard Scriba im Jahre 2017:
Jetzt als Freund von Georg Büchners Freunden im Georg-Büchner-Portal http://buechnerportal.de/dokumente/personen/georg-friedrich-jakob-eduard-scriba/.

Und noch ein DENKMAL für Eduard Scriba im Jahre 2017:
ab Nov./Dez. 2017 als FEDERFLUG 23: Dokumentation über Eduard und Ferdinand Scriba im Familienbund-Scriba-Schreiber-Shop  www.scriba-schreiber.de zum Druckkosten-Preis bestellbar.

Regine Cöster-Bondick, März 2017

1. Rundbuch Teil I (1892 bis 1900 /1)

2. Rundbuch Teil II (1901 bis 1914) und Teil III (1915 bis 1922)
in einem Band

GESCHICHTE mit der LUPE
Erklärtext von Regine Bondick
zum Rundbuch der Ferdinand-Scriba-Familie
(D-Linie, Stamm Schwickartshausen)

Klaus von Dobschütz (Enkel von Margarete (Gretel) Gerschlauer, geb. Scriba) hat das Rundbuch digitalisiert – davon hatte ich recht zufällig über das Familienblättchen und einigen Hin- und Her-Emails erfahren – und mir geschickt.
Ich hatte Anfang 2015 vorsichtig die neue Rechtschreibung in die word-Datei eingebaut und mit der Schreibmaschinen-Kopie des von Julie Schlosser abgetippten Rundbuchs „So haben sie gelebt“ verglichen und ggf. ergänzt. Mein Vater Eberhard Bondick (Enkel von Emma Salzmann, geb. Scriba, Sohn von Marie Bondick, geb. Salzmann) hatte eine Rundbuch-Kopie von Otto-Adolf Scriba (Hermann Scribas ältestem Sohn; Ottos Enkel) bekommen und meiner Schwester Gundula und mir Kopien in gebundener Form zu Verfügung gestellt.
In den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts hatte ich das Rundbuch meiner Großmutter mütterlicherseits Helene Hirche mit beiderseitigem, großem Interesse vollständig vorgelesen. Jetzt – nach meiner Pensionierung im vorletzten Sommer – arbeite ich mich in das Familien-Archiv meines Vaters ein und habe das Rundbuch mit noch größerem Interesse als sehr bemerkenswertes zeit- und familiengeschichtliches Dokument – „Geschichte mit der Lupe“ – wieder entdeckt und gelesen. Dabei konnte ich mich mit Vielem mitfreuen oder auch mittrauern (am allermeisten um Martin, Emmas Sohn, um Hans, Gottholds Sohn, und um Georg, Emilies Sohn). Es war wie ein Mitleben in den Familien der Ferdinand-Kinder. Manches ist natürlich aus heutiger Sicht nur schwer nachvollziehbar, unerträglich und erschreckend – so die verbreitete deutsch-nationale Einstellung und ein immer wieder erkennbarer Antisemitismus. Wichtig ist mir gewesen zu verstehen, wie verbreitet solche Gedanken waren, die später zu unvorstellbarem Leid geführt haben.
Ich wollte zunächst das Rundbuch nur meinem Sohn Till, meinem Neffen Aljoscha und meiner Nichte Jana in einer gut lesbaren Form – mit Anmerkungen, die das Verstehen erleichtern sollen – übergeben in der Hoffnung, dass sie es eines Tages mit Interesse lesen.
Nach Einschätzung des Familienbunds Scriba/Schreiber gibt es ein größeres interessiertes Lesepublikum unter der großen Nachkommenschaft Ferdinands (laut Familienblatt 198, S. 3, hatte er 42 Enkel!). Deshalb wird das Rundbuch in der Federflug-Reihe (Teil I als Nummer 21, Teil II und III als Nummer 22) vom Familienbund veröffentlicht werden. Seit Oktober 2015 schickt mir die Schriftleiterin des Familienbundes Karin Scriba die Original-Rundbücher, aus denen ich von Julie Schlosser Ausgelassenes in kursiver Schrift einfüge. Dazu musste ich die alte deutsche Handschrift noch einmal neu schreiben und lesen lernen, um die Handschriftenentziffern zu können. Mit der ersten Hälfte bin ich nun fertig. Sie soll also nun als Teil I – Federflug 21 – im April 2016 erscheinen. Regine Cöster-Bondick (R.B.) Hamburg, 2015/16

Und sieht so aus:

Rundbuch Vorderseite

Rundbuch Rückseite

Aus dem Familienbuch der Familie Scriba, Stamm Schwickartshausen (D)

Ferdinand Georg Christian Emil Gustav SCRIBA
* 9. November 1818 in Schwickartshausen, Hessen, 1836 bei Eduard in der Schweiz, Ausweisung, durch Frankreich nach England, in Liverpool 2 ½ Jahre Lehrer, stud. theol. in Gießen, Pfarrer in Büdingen, Hitzkirchen, Sprendlingen (Kr. Offenbach),
† 24. April 1900 in Laubach, Hessen
Großeltern: Philipp Moritz Scriba und Maria Elisabeth Katz, Nieder-Beerbach
Eltern: Friedrich Wilhelm Gottlieb SCRIBA und Albertina Charlotta GEBHARD,
Schwickartshausen
Geschwister:
• Amalia Koch (ihre Tochter Lina war verheiratet mit Otto Kleberger, Bruder von Lina Kleberger) (ist die Urgroßmutter von Otfried Praetorius, Ferdinand ist sein Urgroßonkel.)
• Wilhelmina Ellenberger (eine Tochter war verheiratet mit … Dieffenbach).
• Eduard *22.3.1808, stud. theol. („Schwick“) in Gießen, Bonn; Hauslehrer bei Ernst Moritz Arndt, Lehrer in der Schweiz (als politischer Flüchtling nach der Teilnahme am Wachensturm am 3. April 1833 in Frankfurt Main; Ausweisung aus der Schweiz wegen Aktivitäten beim Geheimbund „Junges Deutschland“ in Gendarmenbegleitung von Gefängnis zu Gefängnis von Basel nach Calais durch Frankreich mit Bruder Ferdinand nach England; vgl. Brief von Ferdinand Scriba vom 4.10.1897 mit Fußnote: Hinweise auf Familienblatt-Beiträge und „Der Federflug“Nr. 6, hrsg. vom Familienbund Scriba/Schreiber; u.a.),
† 4.1.1837 an Blattern in Liverpool.

Ehepartner und Kinder:
1. Heirat: 14. Februar 1847 KaroLina Henriette Marie KLEBERGER (Tochter von Franz Kleberger und Susanna von Bostel, Goethes Großcousine) (Linas Bruder Otto Kleberger ist Otfrieds Großvater)
Kinder:
• Lina SCRIBA,* 24. Februar 1848 in Büdingen, Lehrerin, † 5. März 1908 in Arheiligen
• Emma Auguste Ottilie Luise Bertha SCRIBA,* 5. April 1849 in Büdingen,
† 18.1.1913;

Kinder von Emma Scriba und Martin SALZMANN, *31.12.1841, † 22.9.1916 (Tischler, Drechsler, von Wichern im Rauhen Haus Hamburg ausgebildeter Diakon; Emma und Martin leben und arbeiten als Waisenhauseltern in Sorau):
▪ Ferdinand Gotth.Ernst SALZMANN 1877-1958, Pfarrer in Flatow/Osthavelland, Görlsdorf/Schlesien, Neuentempel/Mark, Modelsdorf/Schlesien, St.Michaelis/Freiberg/Sachsen; ∞ 1905 in Boitzenburg Elisabeth Dreising *in Sanssouci (siehe Heinrich Wolfgang Seidel: Drei Stunden hinter Berlin – Seidel schreibt über sein Vikariat bei Pfarrer Dreising in Boitzenburg und seine Liebe zu Ite. Leider – für Seidel – war ihm sein Vikariatsvorgänger Ferdi mit einer heimlichen Verlobung zuvorgekommen.)
Kinder: Inge Kölbel, Enkelkinder: Wolfgang, Christine (Lehrerin)
▪ Otto Karl Ernst SALZMANN 1878-1965, Kaufmann in Amerika; ∞ Martha (Ata) Liedholz,
Kinder: Gerhard (Chemiker), Elisabeth (Detta) (Kinder: Doris, Ronald)
▪ Elisabeth Doroth.Amalie SALZMANN 1879-1880
▪ Mathilde Wilh.Gertr.Em. SALZMANN 1881-1965, Gewerbe-Lehrerin in Forst/Lausitz
▪ Martin Eduard Friedr. SALZMANN 1882-1913, Gärtner
▪ Marie Anna Doroth. Lina SALZMANN, *28.08.1884 in Berlin, seit 1906 Lehrerin in Flatow(Osthavelland), 1907-10 Heegermühle/Brandenburg, † 10.04.1956 in Bad Freienwalde; ∞ 11.07.1910 in Sorau/Nieder-Lausitz Johannes BONDICK *29.01.1879 in Berlin, Lehrer in Heegermühle, dann in Bad Freienwalde, † 06.11.1949 in Bad Freienwalde; Eltern von: Eberhard Gerhard Joachim BONDICK 1924-2005;
Vater von Regine (Lehrerin) und Gundula (Pastorin), Großvater von Till, Aljoscha, Jana
▪ Elisabeth Joh.Christin. SALZMANN 1886-1919 in Wiesbaden, Rote-Kreuz-Schwester
▪ Johannes Georg Heinr.E. SALZMANN 1888-1908, Postgehilfe
▪ Martha Anna Frieda Emma SALZMANN 1891-1963, Lehrerin in Sorau, Mainz
▪ Klara Lina Gertrud SALZMANN 1893-1970, Lehrerin in Sorau, Mainz

2. Heirat: 24. Juli 1851 Marie ZENTGRAF
(vgl. „Der Federflug“Nr. 3: Lebensbild unserer seligen Mutter Marie Scriba, geb. Zentgraf von Ferdinand Scriba)
Kinder:
• Gotthold SCRIBA,*23.8.1852 in Büdingen, Pfarrer in Ispringen, Rudolstadt, Lodersleben;
† 8.4.1914 in Lodersleben/Querfurt; 1. ∞ Lina Frisius;
Kinder mit (2. ∞) Margarete von Kirchbach: Hans († 1919 im Kampf gegen polnische Kommunisten), Fritz, Lina (Diakonissin), mit (3. ∞) Agnes Palm (Kinder: Käthe, Wolfgang): Margarete Gerschlauer (Großmutter von Klaus von Dobschütz, der das Rundbuch digitalisiert hat)
• Dorothea SCRIBA,*3.6.1854, † 4.10.1088
• Emilie SCRIBA,* 13.6.1856 in Hitzkirchen, Lehrerin, † 18.3.1921 in Darmstadt; ∞ Georg NOACK (Sohn Ludwig, Jurist);
Kinder: Luise (Lehrerin), Marie (Reformschul-Lehrerin in Mainz, Mutter von Georg Walther Heyer: Eine Reise nach Biedenkopf – Das Buch enthält viele Geschichten der Ferdinand-Scriba-Sippe; vgl. Familienblatt 220/1983), Ferdinand (Journalist), Georg (Marine-Volontär in Kiel, † 1908 (Suizid)), Pauline (∞ v. d. Leyen)
• Elisabeth (Ilse) SCRIBA,*7.7.1856 in Hitzkirchen, † 28.2.1929, ∞ Heinrich PRAETORIUS, Stiefmutter von Otfried (Lehrer)
• Otto SCRIBA,*19.1.1859 in Hitzkirchen Pfarrer in Remptendorf/Thür., Offenthal (Starkenburg), Erbach/Odenwald, Wimpfen am Berg; † 8.4.1932 in Eisenach; ∞Sophie Bräß, Kinder: Hermann (Pfarrer, Vater von OAS, Pfarrer), Gotthold (gef.1917), Dorothea, Georg-Albrecht (Landwirt), Otto (Pfarrer, Vater von Hanswolf, Kantor in Mainz)
• Gottfried SCRIBA,*4.10.1860, † 20.10.1880
• Johanna (Hanna) SCRIBA,*24.6.1862 in Hitzkirchen, † 1.10.1933 in Arheiligen
• Eduard SCRIBA,*17.3.1864 in Sprendlingen (Kr. Offenbach), Pfarrer in Nieder-Moos/ Vogelsberg (Kr. Lauterbach), Wetterfeld, † 23.1.1927 in Laubach (Krankenhaus); ∞Marie Kirchner, Kinder: Ferdinand (Pfarrer), Gottfried (Lehrer, gef.1914), Eduard (Buchhändler; Schwieger-Großvater von Karin Scriba, Schriftleiterin nach OAS, sie hat die wunderbaren Familien-„Mandala“-Fächer erstellt, die ins Rundbuch aufgenommen werden), Marie, Rudolf (Udo, Pfarrer), Wilhelm (gef.1917), Ilse (Krankenschwester), Margarete (Krankenschwester), Julius (Landwirt, Kanada)
• Adelheid SCRIBA,*27.2.1867 in Sprendlingen, † 27.8.1947 in Arheiligen; ∞ Otto
SCHLOSSER, Pfarrer in Tann/Rhön, Aufenau, Gronau, Kinder: Emilie (Lehrerin),
Gustav (Lehrer), Marie (Kindergärtnerin, Gemeindeschwester), Johanna
(Krankenschwester), Otto (Landwirtschaftsrat), Elisabeth (Liesel), Rudolf (Lehrer),
Frieda (Diakonisse), Julie (Fürsorgerin; hat das Rundbuch abgetippt)

Teil 1: (1892 – 1900/1) Bis Vater Ferdinands Tod
Teil 2: (1901 – 1914) Vor dem 1. Weltkrieg
Teil 3: (1915 – 1922) Krieg und Nachkriegszeit
(Rundbuch-Heft 22, Januar 1914 bis Dezember 1915, fehlt)

Rundbuch I der Familie Scriba, Sprendlingen (15.11.1892 – 25.1.1893)

Ordnung (Gotthold Scribas Vorschlag)

1. Das Rundbuch enthält sachlichen Bericht über das Ergehen, Tun und Erleben der Mitglieder unserer Familie und ihre Angehörigen, gegebenenfalls auch Besprechungen über gemeinsame Fragen.
Es ersetzt also Familienzusammenkünfte und gebe jederzeit ein anschauliches Bild der verschiedenen Häuser oder Personen.

2. Innerhalb 8 Tagen von Empfang an muss das Buch weiterbefördert werden. Empfangs- und Absendedatum sind beizufügen und für jeden Tag Ausstand über die Zeit eine Geldstrafe in Marken an Papa beizulegen für die Scribasche Familienstiftung.

3. Die Höhe der Strafe und die Reihenfolge des Umlaufs bestimmt Papa im ersten Brief.

(Vater Ferdinand Scribas Ergänzung)

4. Die Strafe beträgt für jeden Tag über die gesetzten 8 Tage – 10 Pfennige.

5. Die Reihenfolge des Umlaufs möge sein: Von Sprendlingen (Papa Ferdinand Scriba) nach 1. Niedermoos (Eduard Scriba), 2. Tann/Rhön (Adelheid Schlosser), 3. Sorau (Emma Salzmann), 4. Niedernhausen/Groß Bieberau (Emilie Noack), 5. Arheilgen (Lina Scriba), 6. Offenthal (Otto Scriba), 7. Ispringen (Gotthold Scriba).
Dann geht die Rundreise wieder von vorne (Sprendlingen) an unter Beilage der auf der je ersten erwachsenen Schriftstücke.

6. Um allenfallsigen Ausflüchten von vornherein zu begegnen, erkläre ich hiermit kraft meines Alters als Vorsitzender, (at natura atque electione, affectione que): dass die Söhne den Schwiegersöhnen und die Töchter den Schwiegertöchtern, die Verheirateten den Ledigen einander völlig gleichgeachtet werden hinsichtlich ihrer Schreib- und Leserechte als Pflichten.

Aus dem 1. Brief (Teil I): Ispringen, 15. November 1892, Gotthold Scriba
(Gotthold Scriba war Pfarrer der luth. Gemeinden in Baden, Sitz Ispringen. Er war Nachfolger von Max Frommel, der als Hofprediger seinerzeit nach Berlin ging.)

Lieber Papa und liebe Geschwister!
Es ist ein Versuch, ein Vorschlag, mit dem ich zu Euch allen komme. Wir sind in alle Lande zerstreut und gehören doch nach Gottes Ordnung zusammen. Das Leben oder vielmehr Gottes Führung hat jedes von uns „seine sondre Weg und Bahn“ geführt. Unsere Interessen liegen in verschiedenen Berufskreisen, die uns vollauf in Anspruch nehmen. Da tritt das Natürliche, Gottgewollte zu sehr in den Hintergrund, und wenn wir uns nach Jahren einmal wiedersehen, so geht’s wie beim babylonischen Turmbau: Wir verstehen unsere Sprache nicht mehr, weil wir uns fremd geworden sind.
Bis jetzt hat unser lieber teurer Vater das Band zwischen uns gebildet und in seinen Briefen dem einen von den anderen erzählt. Gott gebe, dass das noch lange so bleibe. Aber mich dünkt, das sei doch nur ein Notbehelf gewesen, den er in seiner Güte und Treue getroffen hat, uns nicht gar auseinanderfallen zu lassen und den wir uns nach unserer Bequemlichkeit gefallen ließen. Besser und richtiger scheint mir zu sein, wenn wir zu unserem Vater kommen und jeder in geordneter Weise ihm und den Geschwistern das Seine erzählt. Dann wissen wir alle Bescheid voneinander und aus dem richtigen Erkennen wachsen das Interesse und die rechte Fürbitte in der Liebe. Es ist rein unmöglich, dass wir alle untereinander bei so ausgedehntem Familienkreis bleiben, aber das Rundbuch kann den Mangel ersetzten und das gegenseitige Interesse wecken und beleben. –
Darum bitte ich um Verzeihung, dass gerade ich diesen Vorschlag mache und gleich als erster in das Buch schreibe. Aber ich sage mir: einer muss anfangen, und vieler Beratungen wird’s nicht bedürfen, wenn Ihr alle mit dem Hauptgedanken einverstanden seid. Ist´s aber nicht der Fall, lieber Papa, so bitte ich, das Buch einfach zu kassieren und als Privatbrief an Dich anzusehen. Stimmst Du aber mit ein, so bist Du vielleicht so gut und setzt gleich die Reihenfolge fest, damit wir fürs Künftige schön Ordnung halten. Auch bitte ich Dich, die „Ordnung“ auf der ersten Seite ganz nach Deinem Belieben zu bestimmen. Es sind nur einige Gedanken, wie ich sie aus ähnlichen Rundbriefen entnommen und für unsere Verhältnisse am praktischsten halte. Streiche sie ruhig durch, ergänze und setzte fest, was Du für uns bestimmst. Wir wollen uns ganz nach Deinen Wünschen fügen.
Eins nur will ich bemerken: Das Buch soll meines Erachtens nur einem (wenigstens von mir) lebhaft empfundenen Bedürfnis abhelfen, es soll nicht etwa andere Korrespondenzen hin und her ersetzen, also z. B. Geburtstagsbriefe oder Butter-, Eier- und Geflügelbestellungen etc. oder Gratulationen zu Geburten, es soll m.E. nur allgemein interessierende Dinge berichten und die Familienmitglieder „auf dem Laufenden“ halten über das Ergehen der anderen. Darum wird es auch für Gefühle der Zu- oder Abneigung keinen Raum haben.

Und weil ich nun einmal angefangen habe, so gestattet mir, dass ich auch als erster berichte: …
Zwischen diesem ersten Brief von Gotthold und dem letzten Brief von Adelheid liegen knapp 30 Jahre und einige 100 Seiten Briefe, geschrieben in deutscher Schrift in 25 Rundbuch-Hefte (von denen leider das 23. Heft immer noch fehlt), von Ferdinand Scriba und seinen Kindern Lina, Emma, Gotthold, Emilie, Ilse, Otto, Hanna, Eduard und Adelheid.

Aus dem letzten Brief (Teil III): Adelheid Schlosser, Gronau, 17.1.1922
… Diesmal möchte ich das neue Jahr gut anfangen und das Weiterreisen unseres lieben Rundbuchs etwas beschleunigen, damit die Nachrichten nicht gar zu „altbacken“ werden! Auch soll’s zugleich meinen Geburtstagsbrief an Dich, lieber Otto, mitnehmen und dadurch helfen Porto sparen in diesen überteuerten Zeiten. Das wäre überhaupt noch ein neuer besonderer Grund, dem Rundbuch wieder einen sicheren und schnelleren Lauf zu geben, dass die Privatgeschwisterbriefe durch das teure Porto fast ganz aufhören müssen und dass wir dafür das Buch – oder könnten es nicht einfacher Briefbögen sein, dem jeder dann sein Blatt beifüge, dann käm’s bedeutend billiger, – auch wirklich rasch befördern? Ein kurzes Briefchen alle 4 – 6 Wochen werden wir doch wohl noch füreinander erübrigen können an Zeit und Geld und wir „lebten“ dann doch eher mit einander fort, als so, wo es fast ein Jahr ausbleibt. Als Brief ist es auch nicht so „feierlich“ und fällt uns weiblichen Gliedern leichter zu schreiben als im Buch …
Julchen, unsere Längste, Vierzehnjährige, hofft zu Oster konfiermiert zu werden…(R.B.: Julchen-Julie Schlosser – ist es zu verdanken, dass das Rundbuch heute noch zu lesen ist. Sie hat sich in ihrem Ruhestand die Mühe gemacht die deutsche Handschrift in Maschinenschrift zu übersetzen und einige 100 Seiten getippt.)

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Anmerkung von Julie Schlosser: Mit diesem Beitrag Adelheids schließen die Rundbücher der Geschwister Scriba aus dem Sprendlinger Pfarrhaus. Es ist leider unbekannt, weshalb Otto Scriba in Wimpfen die Beiträge nicht fortsetzte.

Anmerkung (R.B.): Vielleicht hatte ja Otto den Vorschlag von Adelheid aufgegriffen, das Rundbuchschreiben aufzugeben und eine Lose-Blatt-Sammlung angefangen. Die Zeit der Rundbücher war vorbei. Ferdinands Kinder waren „in die Jahre gekommen“ oder schon tot. Und die nächste Generation hatte wohl nicht mehr den Zusammenhalt, um einbezogen werden zu können oder von sich aus mitzumachen – bis auf Otfried Prätorius und die Salzmann-Kinder Marthel und Mariechen Bondick – meine Großmutter. Dass das Rundbuchschreiben über 30 Jahre durchgehalten wurde, ist doch ein Wunder und ein Geschenk an die Ferdinand-Nachkommen.

Nachwort von Julie Schlosser: Es sind keine außergewöhnlichen Berichte aus den Familien der neun Geschwister Scriba, aber vielleicht gerade deshalb interessant für die Nachkommen, weil sie einen Einblick geben über 30 Jahre Leben in Pfarrfamilien während der Jahrhundertwende und des ersten Weltkrieges, also in einer Zeit des Umbruchs in der Geschichte. Vielleicht erkennt sich auch mancher Enkel und Urenkel in seinen Vorfahren wieder!
Das Abschreiben der Beiträge hat mir manche Freude, manchmal auch – wegen der unleserlichen Handschriften – Mühe gemacht. Es wurde nur wenig gekürzt, um einen möglichst vollständigen Eindruck zu geben.

Ich bitte alle Leser und Leserinnen, über die vielen Tippfehler „mit Augen der Liebe“ hinwegzusehen.
Ein ganz besonderer Dank gilt meinem lieben Neffen Dr. Hans-Joachim Schlosser in Wiesbaden-Nord, der die mühevolle Vervielfältigung „ehrenamtlich“ übernommen hat. Ohne ihn wäre schon aus finanziellen Gründen die Abschrift der Rundbücher unmöglich gewesen. Dank auch an Günter Preussmann in Erlangen (Schwiegersohn von Hanna Ritsert, geb. Schlosser), der die Bildbeiträge ebenfalls „ehrenamtlich“ ausführte.

Anmerkung (R.B.): Die Auslassungen wurden von mir für die Federflug-Ausgabe wieder eingefügt (kursiv). Manches von dem, was Julie Schlosser wegen Unleserlichkeit ausgelassen hatte, konnte ich entziffern, bei einigen wenigen Unleserlichkeiten musste ich auch aufgeben.
Die Tippfehler sind verschwunden, die Rechtschreibung der heutigen vorsichtig angeglichen. Ich behaupte nicht, dass das Dokument völlig ohne Fehler ist. Dafür bietet selbst das word-Programm, die automatische Rechtschreibprüfung und menschliches Versagen in späten Abendstunden neue Fehlerquellen!

Fotos habe ich eingefügt, wenn ich sie in den Rundbuchheften oder im Archiv meines Vaters Eberhard Bondick gefunden habe.
Ach, und noch eine letzte Bemerkung:
Als ich im Sommer 1967 als 18-Jährige meine Großtante Klärchen Salzmann in Mainz besuchte, hätte sie es zu gern gesehen, wenn ich mich in ihren „Neffen“ Hans-Joachim Schlosser, der bei ihr zur Untermiete wohnte, verguckt hätte. Daraus ist nichts geworden, weil ich mich kurz vorher in Oskar Cöster verliebt hatte.

Der wurde dann auch mein Mann (vor 40 Jahren – wie die Zeit vergeht …); und ich darf schon einmal verraten, dass er schon bald eine Überraschung für Mitglieder des Scriba-Clans vorlegen wird: Einer aus der Sippe (der mit den Rundbuch-Schreibern nächstverwandt war) spielt eine Rolle in einem Buch, an dem er arbeitet, und das wahrscheinlich gegen Ende des Jahres erscheint.

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Gruppe Familienbund Scriba-Schreiber jetzt auch auf XING!!!

Liebe Scribas,

Pascal Scriba U 15.279.100 hat jetzt auch eine Gruppe „Familienbund Scriba-Schreiber“ auf XING gegründet. Wer Interesse hat, kann dort gerne beitreten. Die Gruppe ist in folgende Foren untergliedert:

-Deine persönliche Vorstellung
-Dein Unternehmen (Vorstellung)
-Austausch
-Projekte / Jobsuche / Jobangebote
-Events
-International

Dear Scribas,

Pascal Scriba U 15.279.100 made up the Group „Familienbund Scriba-Schreiber“ at XING. Anybody who is interested, can become a member there. The Group is divided in:

-your personal image
-your company´s presentation
-communication
-Projects / Job exchange
-Events
-International

Neues aus der Y-Linie, Künstlername „Antonia Schreiber“ Name: Maria Antonia Christiane Schulze-Schreiber Y 13.232.15.310

Antonia Schreiber

Biographie
Antonia Schreiber (*1984 in München) erhielt ihren ersten Harfenunterricht im Alter von 11 Jahren. Bis zu ihrem künstlerischen Diplom, welches sie 2007 mit Auszeichnung ablegte, studierte sie bei Helga Storck an der Musikhochschule München. Bis 2010 setzte sie ihr Studium bei Charlotte Balzereit in Wien fort. Meisterkurse bei Germaine Lorenzini, Isabelle Moretti, Isabelle Perrin und Sarah O’Brien runden ihre Ausbildung ab.

Antonia Schreiber ist Preisträgerin zahlreicher internationaler Wettbewerbe und wurde durch Stiftungen wie die Deutsche Stiftung Musikleben und die Villa Musica Mainz gefördert. Als Solistin trat sie mit Orchestern wie dem MDR Sinfonieorchester Leipzig und dem Staatsorchester Braunschweig auf.

Kammermusik, Orchester und mehr

Nebst ihrer Tätigkeit als Solistin widmet sich Antonia Schreiber intensiv der Kammermusik. Seit 2009 tritt sie vermehrt gemeinsam mit Ingolf Turban im Duo auf. 2010 war sie Gründungsmitglied des Auros-Trio, dessen Mentoren François Leleux und Cristina Bianchi sind. Das Trio ist in zahlreichen erfolgreichen Konzerten, etwa im Bibliotheksaal Polling, aufgetreten.

2008 bis 2011 spielte Antonia Schreiber an der Wiener Staatsoper und bei den Wiener Philharmonikern. Seither spielt sie in Orchestern wie dem dem WDR Sinfonieorchester Köln, den Münchner Philharmonikern, dem Bayerischen Rundfunk und dem Orchestre Philharmonique Luxembourg. Sie war Mitglied des Gustav Mahler Jugendorchesters, des Bundesjugendorchesters und Stipendiatin der Orchesterakademie der Münchner Philharmoniker.

Auch für die zeitgenössische Musik setzt Antonia Schreiber sich ein, so wirkte sie beispielsweise bei Uraufführungen von Werken der Komponisten Sir Harrison Birtwistle und Wolfram Buchenberg mit.

Seit 2011 gibt Antonia Schreiber für www.humilitas.sk Meisterkurse am Musik-Konservatorium Bratislava in der Slowakei.

Der Erwerb ihres Konzertinstrumentes wurde durch den PE-Förderkreis
in Mannheim gefördert.

Das Mühltal im Odenwald

Die Pfarrerfamilie Scriba

Aus dem Jahr 1824 stammt eine Ahnentafel der Familie Scriba, die bis in die erste Hälfte des 15. Jh. zurückreicht – eine Seltenheit, weil Familiengeschichte gewöhnlich nur bis zum Dreißigjährigen Krieg zurückreicht, während dem auch Personenstandsunterlagen meist vollständig vernichtet wurden. Ahnherr war Konrad Schreiber aus Westfalen. Sein Sohn Heinrich war ein studierter Mann, der dem damaligen Zeitgeist entsprechend seinen Namen ins Lateinische übersetzte, wonach dieser (evangelische) Zweig der Sippe sich bis heute Scriba nennt während der katholische weiterhin Schreiber heißt. Heinrich ist zugleich der erste von 57 Pfarrern aus der Sippe (Stand: 1934!).

1732 wurde

Johann Christoph Scriba (1695 – 1762)

er hat das Amt als Pfarrer in Nieder-Beerbach und Ober-Beerbach mitsamt deren Filialen.dreißig Jahre versehen und viel ertragen müssen, weil er durch Krankheit mehrere Jahre schwerhörig war. Zu seinen Aufgaben gehörte auch die Betreuung der „Gnadensöldner“, Veteranen des landgräflich-hessischen Militärs auf Burg Frankenstein.

Sein zweiter Sohn

Philipp Moritz Scriba (1734 – 1799)

wurde 1762 sein Amtsnachfolger, der sich neben seinem Amt als Seelsorger einen Namen machte in Lehren fortschrittlicher landwirtschaftlicher Arbeitsmethoden.

1796 hat er folgende Bemerkung in die Kirchenchronik eingetragen: „Da ich nun 34 Jahre ein solches Amt versehen, so muß ich zwar sagen, daß mir das Kirchspiel immer geneigt gewesen und mich geliebet hat, aber ohne viel Mühe und auch Streit mit Unordentlichen bin ich nicht geblieben.“

Zu Beginn seiner Amtszeit hatte er nämlich mit den Schatzgräbern zu tun, die vorgaben, hinter der Kirche auf dem alten Burgenkopf seien erstaunliche Summen Gold und Silber sowie ein Vorrat an Wein zu finden. Scriba wettere erfolglos gegen das unheilige Treiben in seiner Gemeinde. Doch immer wieder wurden Stollen in den Berg getrieben, bis 1788 die nutzlose Suche von der Obrigkeit eingestellt wurde. Mehr: Verweis in der linken Spalte > Die Schatzgräber.

Philipp Moritz Scriba hatte im Alter von 32 Jahren die achtzehnjährige Maria Elisabeth Katz, Tochter des Spitalmeisters von Hofheim, wie damals die Psychiatrischen Anstalten bei Goddelau hießen, geheiratet. Der Ehe entsprossen 20 Kinder,dreizehn Buben und sieben Mädchen – von einer Frau, die offenbar gesund und munter blieb.

Volk und Scholle 1934: Ein preußischer Offizier, der während des Rheinfeldzuges 1792 – 1795 im Nieder-Beerbacher Pfarrhaus einquartiert war, habe in seinen Feldzugerinnerungen auch von der großen Familie des Pfarrers berichtet, die „wie mit Kindern besäet war“. Sie zählte damals 18 Kinder, die alle gegenwärtig waren, und die, so verschieden auch in Hinsicht ihrer Bildung, Fähigkeit und Größe, doch insgesamt das Band des Wohlwollens und der Liebe vereinte. „Reinlichkeit, Ordnung und Fleiß waren überall sichtbar; es ging bei Tisch alles sehr ordentlich und regelmäßig zu; die Töchter besorgten die Wirtschaft, und die Mutter unterhielt die Tischgesellschaft sehr artig.“

Die Mutter soll nach dem Urteil des Offiziers damals – als fünfundvierzigjährige Frau – noch so blühend ausgesehen haben, dass sie „für die älteste Tochter im Hause gelten konnte“. Sie hat ihren Gatten um fünfzehn Jahre überlebt und verschied sechsundsechzigjährig bei der Taufe einer Enkelin. Bei ihrem Ableben lebten noch vierzehn ihrer Kinder, von denen sieben verheiratet waren und bis dahin neunundzwanzig Nachkommen hatten. Im Laufe der Jahre stieg die Zahl der Scriba-Enkel aus elf Ehen auf insgesamt sechsundachtzig.

Von den Söhnen blieben vier dem Familienberuf treu und wurden Pfarrer, davon drei mit dem offenbar den Scribas ebenfalls ererbten Hang zu naturwissenschaftlichen Studien. Von den sieben Pfarrerstöchtern heirateten zwei wiederum Pfarrer, heißt es im Bericht von 1935.

Nach dem Tode Philipp Moritz Scribas 1799 wurde er in seinem Pfarreramt von seinem Schwiegersohn

Heinrich Jakob Dingeldey (1765 – 1820)

beerbt. Er starb nur fünfundfünfzigjährig.

Von 1820 bis 1849 war die „Pfarrer-Dynastie“ Scriba unterbrochen, bis im Mai 1850

Dr. Heinrich Eduard Scriba (1802 – 1857)

(bis dahin vierzehn Jahre Pfarrer in Messel) in Nieder-Beerbachs Kirche einzog und Pfarrer in Nieder-Beerbach und Frankenhausen wurde. Die gemeinsame Parochie mit Ober-Beerbach wurde gleichzeitig aufgehoben. Heinrich Eduard war ein Enkel des Philipp Moritz Scriba.

Er war der dritte Pfarrer (1850 – 1857) aus der weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Theologen- und Gelehrtenfamilie. Schon im jugendlichen Alter zeigten sich Eduards Neigungen zu historischen Studien. Als Siebzehnjähriger verfasste er die genealogische Übersicht der Scribas, die später im Druck erschien, die erste fachmännische Familiengeschichte, wie es heißt. Er war Mitglied im Historischen Verein für das Großherzogtum Hessen sowie des Literarischen Vereins zu Darmstadt. Außerdem war er Ehren- oder korrespondierendes Mitglied der historischen Vereine zu Kassel, Dresden und Würzburg sowie des Geografischen Vereins zu Darmstadt.

Dr. Scriba hat die
„Geschichte der ehemaligen Burg und Herrschaft Frankenstein und ihrer Herrn“,
die auch die ausführliche Betrachtung der Nieder-Beerbacher Vergangenheit enthält, bearbeitet und 1853 herausgegeben. Dieses Werk und andere Veröffentlichungen, z.B.

Biographisch-literarisches Lexikon der Schriftsteller des Großherzogtums Hessen im ersten Viertel des neunzehnten Jahrhunderts, 4. Abteilungen, 1831–1854,

und Regesten der bis dahin gedruckten Urkunden zur Landes- und Orts-Geschichte des Großherzogtums Hessen 1849, sind Grundlage vielfältiger geschichtlicher Arbeiten zur regionalen Geschichte geworden und haben ihre Bedeutung bis heute behalten.

Karl Hermann Otto Scriba (1899 – 1978),

Mitglied der berühmten Pfarrersippe, in der 12. Generation, hielt 1977 im evangelischen Gemeindehaus Nieder-Beerbach einen familiengeschichtlichen Vortrag über die weltweit verbreitete größte Pfarrersippe der Welt, die über Jahrhunderte in – inzwischen – 14 Generationen mehr als sechzig Pfarrer oder Missionare stellte.

Adam Breitwieser (Nieder-Beerbach) berichtete am 16.März 1977 im Darmstädter Tagblatt über den Vortrag von Superintendent i.R. Otto Scriba. Otto Scriba war selbst jahrelang Vorsitzender und Schriftleiter des Familienbundes der Scribas, der weltweit über Zehntausende von Angehörigen zählt.

Otto Scriba war verheiratet mit Gertrud Weimar, der Tochter des seinerzeitigen Direktors der Nieder-Ramstädter Heime. Nach seinem Ruhestand als Superintendent 1964 lebte er in Nieder-Ramstadt. Dort befindet sich auch die Grabstätte der Eheleute. Mehr:

Text:
Volker Teutschländer

Quelle:
Adam Breitwieser
Darmstädter Tagblatt
16.3.1977

„Volk und Scholle“ 1934
bereitgestellt von
Karl-Heinrich Schanz