{"id":294,"date":"2013-05-22T08:55:05","date_gmt":"2013-05-22T06:55:05","guid":{"rendered":"http:\/\/scribaneu.jscriba.com\/?p=294"},"modified":"2014-08-05T16:38:05","modified_gmt":"2014-08-05T14:38:05","slug":"das-muhltal-im-odenwald","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.scriba-schreiber.de\/?p=294","title":{"rendered":"Das M\u00fchltal im Odenwald"},"content":{"rendered":"<p>Die Pfarrerfamilie Scriba<\/p>\n<p>Aus dem Jahr 1824 stammt eine Ahnentafel der Familie Scriba, die bis in die erste H\u00e4lfte des 15. Jh. zur\u00fcckreicht \u2013 eine Seltenheit, weil Familiengeschichte gew\u00f6hnlich nur bis zum Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg zur\u00fcckreicht, w\u00e4hrend dem auch Personenstandsunterlagen meist vollst\u00e4ndig vernichtet wurden. Ahnherr war Konrad Schreiber aus Westfalen. Sein Sohn Heinrich war ein studierter Mann, der dem damaligen Zeitgeist entsprechend seinen Namen ins Lateinische \u00fcbersetzte, wonach dieser (evangelische) Zweig der Sippe sich bis heute Scriba nennt w\u00e4hrend der katholische weiterhin Schreiber hei\u00dft. Heinrich ist zugleich der erste von 57 Pfarrern aus der Sippe (Stand: 1934!).<\/p>\n<p>1732 wurde<\/p>\n<p>Johann Christoph Scriba (1695 \u2013 1762)<\/p>\n<p>er hat das Amt als Pfarrer in Nieder-Beerbach und Ober-Beerbach mitsamt deren Filialen.drei\u00dfig Jahre versehen und viel ertragen m\u00fcssen, weil er durch Krankheit mehrere Jahre schwerh\u00f6rig war. Zu seinen Aufgaben geh\u00f6rte auch die Betreuung der \u201eGnadens\u00f6ldner\u201c, Veteranen des landgr\u00e4flich-hessischen Milit\u00e4rs auf Burg Frankenstein. <\/p>\n<p>Sein zweiter Sohn <\/p>\n<p>Philipp Moritz Scriba (1734 &#8211; 1799)<\/p>\n<p>wurde 1762 sein Amtsnachfolger, der sich neben seinem Amt als Seelsorger einen Namen machte in Lehren fortschrittlicher landwirtschaftlicher Arbeitsmethoden. <\/p>\n<p>1796 hat er folgende Bemerkung in die Kirchenchronik eingetragen: \u201eDa ich nun 34 Jahre ein solches Amt versehen, so mu\u00df ich zwar sagen, da\u00df mir das Kirchspiel immer geneigt gewesen und mich geliebet hat, aber ohne viel M\u00fche und auch Streit mit Unordentlichen bin ich nicht geblieben.\u201c <\/p>\n<p>Zu Beginn seiner Amtszeit hatte er n\u00e4mlich mit den Schatzgr\u00e4bern zu tun, die vorgaben, hinter der Kirche auf dem alten Burgenkopf seien erstaunliche Summen Gold und Silber sowie ein Vorrat an Wein zu finden. Scriba wettere erfolglos gegen das unheilige Treiben in seiner Gemeinde. Doch immer wieder wurden Stollen in den Berg getrieben, bis 1788 die nutzlose Suche von der Obrigkeit eingestellt wurde. Mehr: Verweis in der linken Spalte &gt; Die Schatzgr\u00e4ber.<\/p>\n<p>Philipp Moritz Scriba hatte im Alter von 32 Jahren die achtzehnj\u00e4hrige Maria Elisabeth Katz, Tochter des Spitalmeisters von Hofheim, wie damals die Psychiatrischen Anstalten bei Goddelau hie\u00dfen, geheiratet. Der Ehe entsprossen 20 Kinder,dreizehn Buben und sieben M\u00e4dchen \u2013 von einer Frau, die offenbar gesund und munter blieb. <\/p>\n<p>Volk und Scholle 1934: Ein preu\u00dfischer Offizier, der w\u00e4hrend des Rheinfeldzuges 1792 \u2013 1795 im Nieder-Beerbacher Pfarrhaus einquartiert war, habe in seinen Feldzugerinnerungen auch von der gro\u00dfen Familie des Pfarrers berichtet, die \u201ewie mit Kindern bes\u00e4et war\u201c. Sie z\u00e4hlte damals 18 Kinder, die alle gegenw\u00e4rtig waren, und die, so verschieden auch in Hinsicht ihrer Bildung, F\u00e4higkeit und Gr\u00f6\u00dfe, doch insgesamt das Band des Wohlwollens und der Liebe vereinte. \u201eReinlichkeit, Ordnung und Flei\u00df waren \u00fcberall sichtbar; es ging bei Tisch alles sehr ordentlich und regelm\u00e4\u00dfig zu; die T\u00f6chter besorgten die Wirtschaft, und die Mutter unterhielt die Tischgesellschaft sehr artig.\u201c<\/p>\n<p>Die Mutter soll nach dem Urteil des Offiziers damals \u2013 als f\u00fcnfundvierzigj\u00e4hrige Frau \u2013 noch so bl\u00fchend ausgesehen haben, dass sie \u201ef\u00fcr die \u00e4lteste Tochter im Hause gelten konnte\u201c. Sie hat ihren Gatten um f\u00fcnfzehn Jahre \u00fcberlebt und verschied sechsundsechzigj\u00e4hrig bei der Taufe einer Enkelin. Bei ihrem Ableben lebten noch vierzehn ihrer Kinder, von denen sieben verheiratet waren und bis dahin neunundzwanzig Nachkommen hatten. Im Laufe der Jahre stieg die Zahl der Scriba-Enkel aus elf Ehen auf insgesamt sechsundachtzig.<\/p>\n<p>Von den S\u00f6hnen blieben vier dem Familienberuf treu und wurden Pfarrer, davon drei mit dem offenbar den Scribas ebenfalls ererbten Hang zu naturwissenschaftlichen Studien. Von den sieben Pfarrerst\u00f6chtern heirateten zwei wiederum Pfarrer, hei\u00dft es im Bericht von 1935.<\/p>\n<p>Nach dem Tode Philipp Moritz Scribas 1799 wurde er in seinem Pfarreramt von seinem Schwiegersohn <\/p>\n<p>Heinrich Jakob Dingeldey (1765 \u2013 1820) <\/p>\n<p>beerbt. Er starb nur f\u00fcnfundf\u00fcnfzigj\u00e4hrig. <\/p>\n<p>Von 1820 bis 1849 war die \u201ePfarrer-Dynastie\u201c Scriba unterbrochen, bis im Mai 1850<\/p>\n<p>Dr. Heinrich Eduard Scriba (1802 &#8211; 1857)<\/p>\n<p>(bis dahin vierzehn Jahre Pfarrer in Messel) in Nieder-Beerbachs Kirche einzog und Pfarrer in Nieder-Beerbach und Frankenhausen wurde. Die gemeinsame Parochie mit Ober-Beerbach wurde gleichzeitig aufgehoben. Heinrich Eduard war ein Enkel des Philipp Moritz Scriba.<\/p>\n<p>Er war der dritte Pfarrer (1850 \u2013 1857) aus der weit \u00fcber die Landesgrenzen hinaus bekannten Theologen- und Gelehrtenfamilie. Schon im jugendlichen Alter zeigten sich Eduards Neigungen zu historischen Studien. Als Siebzehnj\u00e4hriger verfasste er die genealogische \u00dcbersicht der Scribas, die sp\u00e4ter im Druck erschien, die erste fachm\u00e4nnische Familiengeschichte, wie es hei\u00dft. Er war Mitglied im Historischen Verein f\u00fcr das Gro\u00dfherzogtum Hessen sowie des Literarischen Vereins zu Darmstadt. Au\u00dferdem war er Ehren- oder korrespondierendes Mitglied der historischen Vereine zu Kassel, Dresden und W\u00fcrzburg sowie des Geografischen Vereins zu Darmstadt. <\/p>\n<p>Dr. Scriba hat die<br \/>\n\u201eGeschichte der ehemaligen Burg und Herrschaft Frankenstein und ihrer Herrn\u201c,<br \/>\ndie auch die ausf\u00fchrliche Betrachtung der Nieder-Beerbacher Vergangenheit enth\u00e4lt, bearbeitet und 1853 herausgegeben. Dieses Werk und andere Ver\u00f6ffentlichungen, z.B.<\/p>\n<p>Biographisch-literarisches Lexikon der Schriftsteller des Gro\u00dfherzogtums Hessen im ersten Viertel des neunzehnten Jahrhunderts, 4. Abteilungen, 1831\u20131854,<\/p>\n<p>und Regesten der bis dahin gedruckten Urkunden zur Landes- und Orts-Geschichte des Gro\u00dfherzogtums Hessen 1849, sind Grundlage vielf\u00e4ltiger geschichtlicher Arbeiten zur regionalen Geschichte geworden und haben ihre Bedeutung bis heute behalten.<\/p>\n<p>Karl Hermann Otto Scriba (1899 &#8211; 1978),<\/p>\n<p>Mitglied der ber\u00fchmten Pfarrersippe, in der 12. Generation, hielt 1977 im evangelischen Gemeindehaus Nieder-Beerbach einen familiengeschichtlichen Vortrag \u00fcber die weltweit verbreitete gr\u00f6\u00dfte Pfarrersippe der Welt, die \u00fcber Jahrhunderte in \u2013 inzwischen \u2013 14 Generationen mehr als sechzig Pfarrer oder Missionare stellte.<\/p>\n<p>Adam Breitwieser (Nieder-Beerbach) berichtete am 16.M\u00e4rz 1977 im Darmst\u00e4dter Tagblatt \u00fcber den Vortrag von Superintendent i.R. Otto Scriba. Otto Scriba war selbst jahrelang Vorsitzender und Schriftleiter des Familienbundes der Scribas, der weltweit \u00fcber Zehntausende von Angeh\u00f6rigen z\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Otto Scriba war verheiratet mit Gertrud Weimar, der Tochter des seinerzeitigen Direktors der Nieder-Ramst\u00e4dter Heime. Nach seinem Ruhestand als Superintendent 1964 lebte er in Nieder-Ramstadt. Dort befindet sich auch die Grabst\u00e4tte der Eheleute. Mehr:  <\/p>\n<p> \tText:<br \/>\nVolker Teutschl\u00e4nder<\/p>\n<p>Quelle:<br \/>\nAdam Breitwieser<br \/>\nDarmst\u00e4dter Tagblatt<br \/>\n16.3.1977<\/p>\n<p>\u201eVolk und Scholle\u201c 1934<br \/>\nbereitgestellt von<br \/>\nKarl-Heinrich Schanz<\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Pfarrerfamilie Scriba Aus dem Jahr 1824 stammt eine Ahnentafel der Familie Scriba, die bis in die erste H\u00e4lfte des 15. Jh. zur\u00fcckreicht \u2013 eine Seltenheit, weil Familiengeschichte gew\u00f6hnlich nur bis zum Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg zur\u00fcckreicht, w\u00e4hrend dem auch Personenstandsunterlagen meist vollst\u00e4ndig vernichtet wurden. Ahnherr war Konrad Schreiber aus Westfalen. Sein Sohn Heinrich war ein studierter [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-294","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.scriba-schreiber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/294","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.scriba-schreiber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.scriba-schreiber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.scriba-schreiber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.scriba-schreiber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=294"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.scriba-schreiber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/294\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":511,"href":"https:\/\/www.scriba-schreiber.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/294\/revisions\/511"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.scriba-schreiber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=294"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.scriba-schreiber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=294"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.scriba-schreiber.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=294"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}